Packliste Wohnmobil: was wirklich mitmuss und die 9 Dinge, die fast alle vergessen

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Die meisten Packlisten für den Camper-Urlaub sind zu lang. Sie zählen auf, was man haben könnte, nicht was man braucht – und am Ende fährt man mit drei Kisten los, von denen zwei ungeöffnet wieder heimkommen.

Diese Liste geht andersherum: Was fehlt am ersten Abend auf dem Stellplatz tatsächlich? Und was gibt der Vermieter nicht mit, obwohl man es fest angenommen hat?

Der Denkfehler: man packt wie für eine Wohnung

Ein Wohnmobil hat Küche, Bett und Bad, also packt man wie für eine Ferienwohnung. Der Unterschied ist aber nicht die Ausstattung, sondern dass alles bewegt wird: Jedes Teil muss verstaut werden können, darf beim Fahren nicht klappern und muss an einem Ort liegen, den man auch im Dunkeln findet.

Deshalb ist die wichtigste Frage bei jedem Gegenstand nicht „Brauche ich das?", sondern „Wo liegt das, wenn wir fahren?". Was darauf keine Antwort hat, bleibt zu Hause.

Was der Vermieter oft NICHT dabei hat

Bei Mietfahrzeugen ist die Grundausstattung sehr unterschiedlich. Manche Vermieter geben ein komplettes Küchenset mit, andere ein leeres Fahrzeug. Frag vor der Buchung schriftlich nach, was enthalten ist – das ist die Liste, bei der es sich am häufigsten spießt:

  • Auffahrkeile
  • Verlängerungskabel für die Stromsäule
  • Trinkwasserschlauch
  • Chemie für die Toilette
  • Bettwäsche, Handtücher, Geschirrtücher
  • Campingstühle und Tisch

Wer das erst am Stellplatz merkt, kauft es zum Touristenpreis im Campingshop nebenan. Was sonst noch nicht im Tagespreis steckt, steht im Einsteiger-Guide zum Wohnmobil mieten.

Die 9 Dinge, die fast alle vergessen

  1. Auffahrkeile. Kaum ein Stellplatz ist eben. Schief steht das Wasser im Waschbecken, schief rollt man nachts gegen die Wand, und der Kühlschrank arbeitet schlechter. Auf Amazon ansehen*
  2. Verlängerungskabel mit CEE-Stecker, mindestens 20 Meter. Die Säule steht nie da, wo du stehst. Zehn Meter reichen erstaunlich oft nicht. Auf Amazon ansehen*
  3. Lebensmittelechter Wasserschlauch. Der Gartenschlauch von zu Hause gibt Geschmack ab. Ein kurzer, weißer Trinkwasserschlauch löst das für wenige Euro. Auf Amazon ansehen*
  4. Wäscheleine mit Saugnäpfen oder Spanngummi. Nach dem ersten Regentag oder dem ersten Badesee hängt sonst alles über den Stühlen. Auf Amazon ansehen*
  5. Faltschüssel. Abwaschen, Gemüse waschen, Füße waschen, Wäsche einweichen. Nimmt zusammengefaltet keinen Platz und ersetzt drei Dinge. Auf Amazon ansehen*
  6. Stirnlampe pro Person. Nicht eine für alle. Wer nachts raus muss, nimmt sonst die einzige mit. Auf Amazon ansehen*
  7. Mikrofasertücher, mehr als du denkst. Kondenswasser an den Scheiben, nasse Schuhe, Abwasch – im Camper wird gewischt, nicht geputzt.
  8. Ein Vorhang oder Handtuch fürs Führerhaus. Die Frontscheibe ist die größte Kältebrücke und morgens die erste Stelle, an der es hell wird.
  9. Kleingeld und Kreditkarte. Duschen, Waschmaschinen und Schranken laufen erstaunlich oft über Münzen; die Kaution beim Vermieter dagegen fast immer über Kreditkarte.

Küche: das ehrliche Minimum

Ein Topf, eine Pfanne, ein scharfes Messer, ein Brett, ein Schneebesen oder Löffel, pro Person Teller, Schüssel, Becher, Besteck. Dazu Dosenöffner, Korkenzieher, Alufolie, Spüli, Schwamm, Geschirrtuch, Müllbeutel.

Das war es. Alles Weitere – Toaster, Wasserkocher, Espressokocher – ist eine bewusste Entscheidung, kein Standard. Jedes Küchengerät braucht Strom oder Gas und einen festen Platz beim Fahren.

Vorräte: Salz, Pfeffer, Öl, Kaffee, Nudeln, eine Dose Tomaten. Der Rest wird unterwegs gekauft; das gehört zum Reisen dazu und spart Gewicht.

Bad und Wasser

Toilettenchemie oder Sanitärtabs, Toilettenpapier für Campingtoiletten (das zerfällt schneller), Einweghandschuhe fürs Entleeren, Duschgel, ein schnell trocknendes Handtuch pro Person, Wäscheklammern.

Ein Tipp, der ernster ist als er klingt: Entleere die Toilette einen Tag früher als du denkst. Die Entsorgungsstationen sind morgens voll und abends manchmal geschlossen.

Strom und Technik

Powerbank, Ladekabel für alle Geräte, ein Mehrfachstecker, ein 12-V-Adapter fürs Auto. Wer autark stehen will, braucht zusätzlich eine Vorstellung davon, wie lange die Bordbatterie hält – das steht selten im Prospekt und lässt sich beim Vermieter erfragen.

Offline-Karten aufs Handy laden, bevor es losgeht. Im Schwarzwald, in der Sächsischen Schweiz und an der Ostsee gibt es genug Funklöcher, um sich das zu wünschen.

Kleidung: nach Schichten, nicht nach Tagen

Der klassische Fehler ist ein Outfit pro Tag. Im Camper ist Platz der knappste Rohstoff. Besser: eine Basisschicht, ein warmer Mittelteil, eine wetterfeste Außenschicht – und davon so wenig wie möglich.

Was wirklich mitmuss: wasserdichte Schuhe, warme Socken nur zum Schlafen, Mütze (auch im Sommer, nachts wird es kühler als gedacht), Regenjacke, Badesachen und ein bequemes Shirt für den Abend. Unsere Motive zeichnen wir von Hand und drucken auf Bio-Baumwolle: Camping Classic mit Rückenprint · Vintage Camping Van im Linoldruck

Was zu Hause bleiben darf

  • Der große Grill. Auf vielen Plätzen ist offenes Feuer ohnehin verboten, und ein Gaskocher ist schneller aufgebaut.
  • Bücherstapel. Eins reicht. Man liest im Urlaub weniger, als man plant.
  • Fünf Paar Schuhe. Ein wasserdichtes Paar, ein bequemes, Badeschlappen.
  • Vorräte für zwei Wochen. Gewicht kostet Sprit, und Supermärkte gibt es überall.

Kurz gesagt

Weniger einpacken, dafür die neun Dinge oben nicht vergessen. Die meisten schlechten ersten Camper-Nächte gehen nicht auf fehlenden Komfort zurück, sondern auf ein fehlendes Kabel, einen fehlenden Keil und eine fehlende Lampe.

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